Die Anleitung zum Umgang mit emotionalem Sondermüll
Alte Verhaltensmuster erkennen und loslassen
Manchmal entstehen gute Ideen an merkwürdigen Orten.
In diesem Fall in einem Gespräch über alte Verhaltensmuster.
Während ich gerade meinen ersten Vortrag vorbereite, stoße ich selbst auf einige Muster, von denen ich eigentlich dachte, sie längst verarbeitet zu haben.
Dabei entstand ein Bild.
Sondermüll.
Nicht chemisch.
Emotional.
Mir fiel dabei eine überraschend einfache Beobachtung auf.
Für Sondermüll gibt es in fast jedem Unternehmen klare Regeln.
Schutzausrüstung.
Kennzeichnung.
Trennung.
Verpackung.
Fachgerechte Behandlung.
Niemand würde ein Fass mit unbekanntem Inhalt einfach irgendwo im Lager stehen lassen.
Zu riskant.
Bei emotionalen Mustern machen wir oft genau das.
Wir lagern sie.
Manchmal jahrelang.
Manchmal jahrzehntelang.
Bis irgendwann jemand den Deckel öffnet.
Warum emotionale Reaktionsmuster entstehen
Emotionale Reaktionsmuster entstehen selten plötzlich.
Meist beginnt es mit einer Situation, in der etwas stark wirkt.
Ein Satz.
Eine Bewertung.
Ein Moment von Druck oder Unsicherheit.
Unser Gehirn versucht daraus schnell eine Lösung zu bauen.
Ein Gedanke entsteht.
Darauf folgt ein Gefühl.
Und daraus ergibt sich eine Reaktion.
Wenn diese Kombination mehrfach erlebt wird, beginnt das Gehirn sie zu speichern.
Ein Muster entsteht.
Beim nächsten ähnlichen Auslöser startet der Prozess erneut.
Gedanke.
Gefühl.
Reaktion.
Oft so schnell, dass wir den Anfang gar nicht mehr wahrnehmen.
Ein kleiner Auslöser genügt.
Der Rest läuft wie eine chemische Reaktion, die einmal angestoßen nur noch schwer zu stoppen ist.
Das Gehirn startet einen Prozess, der automatisch abläuft.
Und genau hier entsteht die eigentliche Frage.
Wie lässt sich mit solchen Mustern sinnvoll umgehen?
Anleitung zur Trennung und Verarbeitung von emotionalem Sondermüll
Manchmal merkt man erst beim Öffnen,
was sich da im Laufe der Zeit alles angesammelt hat.
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Anhalten und hinschauen
Wenn Sondermüll auftaucht, lohnt es sich kurz innezuhalten.
Nicht sofort reagieren.
Erst einmal wahrnehmen, was eigentlich alles gleichzeitig da ist.
Erfahrungsgemäß liegt selten nur ein Stoff vor.
Meist ist es eine Mischung.
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Bestand aufnehmen
Den gesamten Sondermüll sichtbar machen.
Nichts im Hintergrund lassen.
Erst wenn alles auf dem Tisch liegt,
lässt sich halbwegs erkennen, womit man es zu tun hat.
Manchmal wirkt ein Stoff zunächst harmlos.
Beim zweiten Hinsehen zeigt sich dann doch eine stärkere Reaktionsfreude.
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Einzelteile unterscheiden
Jetzt beginnt die eigentliche Trennung.
Da es sich um Sondermüll handelt, empfiehlt es sich einige einfache Schutzmaßnahmen einzuhalten.
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Schutzmaßnahmen vor Beginn
Handschuhe sind hilfreich.
Sie verhindern direkten Kontakt und reduzieren spontane Übertragungen.
Atemschutz kann sinnvoll sein.
Beim Öffnen einzelner Behälter entstehen gelegentlich Dämpfe.
Falls noch Masken aus der Corona Pandemie herumliegen, können diese hier durchaus sinnvoll aufgebraucht werden.
Eine Schutzbrille schadet ebenfalls nicht.
Besonders geeignet sind Sonnenbrillen mit rosa oder gelb getönten Gläsern.
Sie verändern den Blickwinkel ein wenig und erleichtern es, das Material überhaupt erst einmal anzuschauen.
Viele Anwender berichten außerdem, dass passende Musik die Arbeit deutlich erleichtert.
Und schließlich
für ausreichend Frischluft sorgen.
Das hilft fast immer.
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Bei der Trennung hat sich folgendes Vorgehen bewährt
Zuerst immer nur ein Teil herausnehmen.
Alles gleichzeitig sortieren zu wollen führt meist zu noch mehr Sondermüll.
Dann kurz prüfen, woher dieses Stück eigentlich kommt.
In welcher Situation taucht es typischerweise auf.
Anschließend beobachten, wie es sich bemerkbar macht.
Manche Stoffe werden laut.
Andere ziehen sich eher zurück.
Interessant ist auch die Frage, womit sich ein Stoff besonders schnell verbindet.
Einige reagieren sofort mit Ärger.
Andere eher mit Rechtfertigung oder Rückzug.
Viele Menschen stellen irgendwann fest,
dass bestimmte Stoffe immer wieder auftauchen.
In unterschiedlichen Situationen.
Aber mit erstaunlich ähnlicher Wirkung.
In diesem Fall handelt es sich meist um den selben Stofftyp.
Dann hilft es, ihm einfach einen Namen zu geben.
Druck. Kontrolle. Ärger. Rückzug.
Perfekt muss das nicht sein.
Eindeutig reicht.
Manchmal zeigt sich dabei auch, dass ein Stoff nicht nur belastend ist.
Ärger kann zum Beispiel Energie enthalten.
Traurigkeit kann zeigen, dass etwas wichtig ist.
Auch solche Stoffe gehören zunächst einfach auf den Tisch.
Ähnliche Stoffe werden anschließend zusammengelegt.
Unklare Stoffe bleiben zunächst separat.
Wenn währenddessen der Eindruck entsteht,
dass der Sondermüll plötzlich mehr wird statt weniger,
empfiehlt es sich kurz zu pausieren.
Das kommt vor.
Mehr Aufmerksamkeit führt oft zunächst dazu,
dass mehr sichtbar wird.
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Beschriftung
Getrennte Stoffe sollten beschriftet werden.
Unbenannter Sondermüll bleibt erfahrungsgemäß erstaunlich lange liegen.
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Vermischung vermeiden
Ein häufiger Fehler besteht darin, bereits getrennte Stoffe später wieder zusammenzuwerfen.
Die meisten Schwierigkeiten entstehen genau an dieser Stelle.
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Verantwortung
Sondermüll verschwindet selten von allein.
Wer ihn entdeckt, übernimmt in der Regel auch die Verantwortung für den weiteren Umgang damit.
Das bedeutet nicht, dass alles allein gelöst werden muss.
Aber jemand beginnt, sich darum zu kümmern.
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Verpackung
Für den Transport wird jede Sorte Sondermüll in einen eigenen Behälter gegeben.
Die Behälter sollten stabil sein und sich gut schließen lassen.
Besonders empfindliche Stoffe können zusätzlich einzeln eingewickelt werden.
Papier, kleine Beutel oder getrennte Fächer haben sich hier bewährt.
Die Behälter im Paket so sichern, dass sie sich unterwegs möglichst nicht gegenseitig berühren.
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Begleitschreiben
Dem Paket sollte eine kurze Übersicht beiliegen.
Welche Stoffe enthalten sind.
Wann sie zuletzt aktiv waren.
Und ob bereits bekannte Reaktionsmuster beobachtet wurden.
Das erleichtert die weitere Behandlung erheblich.
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Übergabe
Das Paket wird anschließend verschlossen und zur fachgerechten Weiterverarbeitung übergeben.
Manche Stoffe lassen sich gut recyceln.
Andere verlieren mit der Zeit einfach ihre Reaktionskraft.
Nach einer solchen Behandlung kann vieles deutlich entspannter betrachtet werden.
Und manches stellt sich im Nachhinein sogar als wertvolles Lernmaterial heraus.
Trennen, verstehen und verarbeiten von emotionalen Reaktionsmustern.
Ein letzter Hinweis
Sondermüll verschwindet selten von allein.
Wer ihn entdeckt, übernimmt meistens auch die Verantwortung für den weiteren Umgang damit.
Manchmal reicht dafür eine eigene Inventur.
Manchmal hilft ein Gespräch.
Und manchmal ist es hilfreich, jemanden dabei zu haben, der von außen auf diese Reaktionsmuster schaut.
Nicht um sie zu bewerten.
Sondern um zu verstehen, was dort eigentlich abläuft.
Denn genau dort entsteht oft die Möglichkeit, etwas zu verändern.
Wenn dich diese Gedanken ansprechen, findest du hier mehr darüber, wie ich Menschen dabei begleite
→ Begleitung und → über mich!