Veränderung beginnt oft nicht dort wo wir sie suchen.
Nicht in großen Entscheidungen. Nicht im lauten Neuanfang.
Sondern in jenen stillen Momenten in denen sich unser Blick auf die Welt verschiebt.

Diese kurze Geschichte erzählt von einem Menschen der genau so einen Moment erlebt.
Vielleicht findest du beim Lesen etwas davon in dir wieder.

 

 


 

Ein Paket das alles veränderte

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Morgen war alles noch wie immer.

Er saß am Küchentisch wie gelähmt, die Kaffeetasse vor sich, und starrte auf den Bildschirm seines Handys. Nachrichten prasselten auf ihn ein, eine nach der anderen. Krisen, Skandale, Katastrophen. Er wischte weiter, obwohl ihm schon nach den ersten Überschriften Übelkeit in ihm aufstieg.

In seinem Inneren war es, als würde jemand das Licht dimmen. Die Küchenlampe summte leise, das Grau draußen vor dem Fenster schien in ihn hineinzukriechen. Der Toast schmeckte nach nichts. Der Kaffee war nur noch warmes, bitteres Irgendwas.

Es war kein besonderer Tag. Einer von vielen, an denen alles schwer wirkte. Die Schultern. Die Gedanken. Der Blick auf die Welt.

Als der Nachrichtenton erneut erklang, legte er das Handy weg. Es reichte. Das Wort dafür war roh und klar. Scheiße.

Er atmete ein und wieder aus. Der Raum blieb eng. Die Luft blieb schwer.

Dann war da etwas in der Luft.

Er blieb stehen. Alles wirkte plötzlich anders. Freundlicher. Weiter. Fast friedlich. Die Geräusche schienen gedämpft, die Farben wärmer. In ihm breitete sich eine Ruhe aus, nicht laut, aber spürbar.

Er ging ein paar Schritte weiter und blieb wieder stehen. Drehte sich um. Suchte nach einem Grund. Etwas hinter ihm. Etwas vor ihm. Nichts.

Die Dinge waren noch da. Aber sie fühlten sich anders an.

Auf dem Weg zur Arbeit fiel ihm der Sonnenaufgang auf. Der Nebel über den Feldern. Das Licht, das sich seinen Weg bahnte und alles für einen Moment weich machte. Er hielt an. Nicht lange. Nur so lange, wie es brauchte, um es wahrzunehmen.

Er ging weiter.

Später, zurück in der Erinnerung, sah er sich wieder am Küchentisch sitzen. Am Morgen. Vor dem ersten Schluck Kaffee. Auf der Kommode lag ein Paket. Unspektakulär. Kein Absender. Nur sein Name.

Er nahm es in die Hand. Drehte es. Wendete es. Nichts deutete darauf hin, was darin war. Ein kurzer Gedanke. Werbung. Weg damit. Und doch öffnete er es.

Im Inneren lag ein Brief. Und eine flache Scheibe aus Kunststoff. Darauf ein Aufkleber.

LEBENSFOKUSAUSTAUSCHFILTER

NICHT REVERSIBEL

ANWENDUNG AUF EIGENE GEFAHR

Der Brief war kurz.

Sie sind ausgewählt worden, Ihren Fokus zu ändern.

Wir versprechen Ihnen nichts.

Wenn Sie sich entscheiden, diese Scheibe zu verwenden, wird sich Ihr Blick auf das Leben verändern.

Nicht das, was geschieht.

Sondern das, was Sie darin sehen.

 

Nach der Anwendung gibt es keine Rückkehr in den vorherigen Zustand.

 

Er hielt die Scheibe eine Weile in der Hand. Legte sie ab. Nahm sie wieder auf. In ihm regte sich etwas. Neugier. Skepsis. Ein leises Ziehen. Ein Teil wollte glauben. Ein anderer lächelte müde und schüttelte den Kopf.

Die Anleitung war knapp.

  1. Die Scheibe mit beiden Händen halten.
  2. Die Augen schließen.
  3. Den Wunsch formulieren, den Fokus zu ändern.

Mehr nicht.

Er schloss die Augen.

Als er sie wieder öffnete, war die Scheibe verschwunden.

Welch ein Tag, dachte er.

Ein wunderbarer Tag in seinem Leben.

Noch während dieser Gedanke in ihm nachklang, blieb er stehen.

Die Aufgaben warteten.

Manches war ungeklärt.

Die Welt war nicht plötzlich leicht geworden.

Er atmete ein.

Und aus.

Die Dinge standen noch da.

Aber sie standen ihm nicht mehr im Weg.

Er ging weiter.

Nicht leichter.

Nicht sicherer.

Aber bei sich.


Manche Geschichten sind wie ein Spiegel.
Nicht weil sie Antworten geben, sondern weil sie etwas im Inneren berühren.

Diese hier erzählt nichts von Zauber und nichts von Technik.
Sie erzählt davon, wie ein Mensch für einen Moment Zugang findet zu etwas, das in ihm schon lange da ist.

Vielleicht hat beim Lesen etwas in dir geklungen.
Vielleicht still. Vielleicht deutlicher.
Beides ist gut.

Wenn du merkst, dass solche Geschichten etwas in dir bewegen und du dem Raum geben möchtest, bin ich gerne dein Begleiter.

emotional · bewegend · klar

 

Schreib mir einfach.

 

 

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